EFES
Home JugenhilfeKontaktJugenhilfeFortbildung & CoachingMitarbeiterBibliothekImpressum

Soziale Gruppenarbeit

Die soziale Gruppenarbeit ist eine ambulante Form der Hilfe zur Erziehung (§ 29 KJHG), die auf die Dauer eines halben Jahres ausgerichtet ist.
Dieses gruppenpädagogische Angebot wendet sich an Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, die Hilfestellung bei der Bewältigung ihrer aktuell schwierigen Lebenslage benötigen.

Die soziale Gruppenarbeit bietet bei Verhaltens-/ Entwicklungsschwierigkeiten, besonders auch bei Strafauffälligkeit und deviantem Verhalten, lösungs-und ressourcenorientiertes Arbeiten in der Gruppe, um dem inneren oder äußeren Druck der Handlungs- und Veränderungsnotwendigkeit zu entsprechen.
Die konkreten Arbeitsinhalte richten sich lebenswelt-orientiert nach dem tatsächlichen Bedarf der Gruppe und der dazugehörigen Jugendlichen.
Dem wöchentlichen Betreuungsumfang muss im Vorfeld von allen Beteiligten (Jugendliche, Eltern und Jugendamt) vertraglich zugestimmt werden. Er liegt in der Regel bei ein bis zwei Terminen pro Woche. Die Gruppengröße liegt zwischen 5 und 10 Jugendlichen.

Soziale Gruppenarbeit in Gronau

Das Angebot der Sozialen Gruppenarbeit in Garbsen wurde von Februar bis November 2007 durchgeführt und richtete sich an Jugendliche im Alter von 14 – 16 Jahren. Es fand wöchentlich mit 4 Stunden statt. Ihre Gruppengröße lag zwischen drei und acht Jugendlichen. Die Rechtsgrundlage bildet das SGB VIII (KJHG) durch den § 27 (Hilfe zur Erziehung) in Verbindung mit dem § 29 (Soziale Gruppenarbeit) und dem § 36 (Mitwirkung, Hilfeplan). In der Regel beträgt die Dauer sechs Monate.

Das Angebot wurde von zwei Sozialpädagogen durchgeführt. Für jedes Kind, das an der Sozialen Gruppenarbeit teilnahml, wurde ein individueller Hilfeplan (gemäß § 36 KJHG) erstellt. In diesem Verfahren wurde im gegenseitigen Einverständnis ein Vertrag zwischen dem Jugendlichen, den Mitarbeitern der SGA und dem Jugendamt geschlossen, der den Jugendlichen zur verbindlichen Teilnahme verpflichtete und die individuellen Ziele enthielt.

Die Teilnahme an sozialer Gruppenarbeit sollte in unserem Sinne älteren Kindern und Jugendlichen bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen helfen. Auf der Grundlage eines gruppenpädagogischen Konzepts beruhend, sollte die Entwicklung älterer Kinder und Jugendlicher durch soziales Lernen in der Gruppe gefördert werden. Der Begriff des sozialen Lernens greift hierbei auf die Mechanismen der Gruppendynamik zurück. Die soziale Gruppenarbeit sollte junge Menschen durch Gruppenerlebnisse in die Lage versetzen, ihre Beziehungsfähigkeit zu steigern, um persönlichen Problemen, Konflikten mit anderen Personen oder im öffentlichen Leben, besser gewachsen zu sein. Die konkreten Inhalte richteten sich lebensweltorientiert an den tatsächlichen Bedarf der Gruppe und der dazugehörigen Jugendlichen. Eine Grundannahme für soziale Gruppenarbeit liegt in kriminologischen Forschungen, die nachweisen, dass deviantes Verhalten und Straftaten vorübergehende Erscheinungen sind, die sich mit dem „Erwachsen werden“ in der Regel legen.

Kongruent hierzu wird davon ausgegangen, dass jeder Jugendlicher das Potential und die Ressourcen für eine Verhaltens- Veränderung besitzt. Das augenblickliche abweichende Verhalten (Devianz) stellt eine Phase dar, Identitätsfindungsprozesse durch Grenzüberschreitung zu suchen, zu testen und zu durchleben. Die Jugendlichen wurden als Experten für die eigene Situation betrachtet und gemeinsam wurde mit diesem Expertenwissen gearbeitet.

Krisenhafte Situationen erweitern den Boden für Verhaltensmodifikationen und Veränderung. Diese Wirkungsfähigkeit von Krisen wird in der sozialen Gruppenarbeit genutzt, um in der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen einen Weg aus der Krise zu entwickeln, der die individuelle Lebensplanung der Jugendlichen und die gesellschaftlichen Anforderungen miteinander in Einklang zu bringt. Hierbei steht die systemische Sichtweise, die Lebensweltorientierung, die Ressourcenorientierung und die Ziel- und Lösungsorientierung für eine wichtige Grundhaltung in der Arbeit.